Mountainbiken in Friaul | Bike-Zauber zwischen Alpen und Adria

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~250 km & ~5900 hm
Epische Abfahrten, ländliche Unterkünfte und kristallklares Wasser. Der Bike-Urlaub in den unbekannten Bergen Italiens.

Friaul ist die östlichste Region Italiens. Es grenzt nördlich an Österreich, östlich an Slowenien, westlich an Venetien und südlich an das adriatische Meer. Genau dazwischen verbringen wir eine Woche voller reizvoller Momente.

Es scheint, als wäre der Tourismus an dieser Gegend vorbeigezogen. Zu unserem Vorteil, denn so genießen wir die größtenteils unberührten Landschaften in voller Pracht. Es gibt auch nicht allzu viele Möglichkeiten, über die Berge zu kommen. Wir haben es dennoch geschafft, eine hübsche Tour daraus zu bauen und das ursprüngliche Friaul zu erfahren und kennenzulernen.

Unser Weg führt grob gesagt von Norden in den Südosten des Landes, dabei stehen im Programm sowohl die 2000er als auch die 600er-Berge, die sich der Adria nähern und quasi die Alpenausläufer darstellen. Alle Trails, die sich angeboten haben einzubauen, stehen am Plan.

Dann, das ein oder andere Bad in einem der vielen Gebirgsbäche, achtsame Pausen mit Ausblick, kurzweilige geschichtliche Erinnerungen, idyllische Picknicks, wahrscheinlich unzählige Fotostopps (da kann man nicht anders) und zu guter Letzt, bewusst ausgewählte kleine Unterkünfte mit Charme eingebettet in die Landschaft.

Nicht zu vergessen aber sind die Höhenmeter. Nicht, dass es übermäßig viele wären, sondern wie man diese sammelt. Wie wir selber gestaunt haben und oben erwähnt wurde, gibt es nicht wirklich viele Wege über die Berge und wenn, dann stückweise steiler als es die gewöhnliche Übersetzung erlaubt. In Zahlen beschrieben, bewegt man sich meistens um die 10-14 Prozent. Kürzere und längere Abschnitte erlauben sich mindestens 17 % Steigung und als Bonbon obendrauf, teilweise unfahrbarer Untergrund. Um die Kräfte zu sparen, werden wir an manchen Stellen zum Schieben anleiten. Zum Glück aber reduzieren sich solche Passagen auf nur zwei Tage der Tour (für E-Biker wird es da sichtlich einfacher).

Okay, die Richtung der Tour steht, Unterkünfte stehen auch. So verbringen wir die ersten drei Nächte in der gleichen Unterkunft. Wow, gleich drei? Ja, es ist uns wichtig, gewisse Trails unbedingt (wettertechnisch sicher) fahren zu können, denn erst dort erlebt man das unverkennbare Friaul.

Das wilde, unberührte, schroffe Friaul. Deswegen bauen wir uns ein Zeitpuffer ein und rechnen mit mindestens einmal einem 100 %-Top-Wetter für die alpinen Abschnitte über 2000 m. Den Tag davor oder danach erkunden wir die reizvolle Gegend um unsere Bleibe herum. Trails vom Feinsten, Panorama so weit das Auge reicht und Zeit für die Natur samt einladenden Bächen zum Erfrischen.

An Tag drei verabschieden wir uns von der urigen Herberge und wechseln das Tal. Auch dieser Tag bleibt ganz bestimmt in unseren Köpfen für ewig präsent. Nein, nicht der mühsame Anstieg, sondern die epische Fahrt entlang am Bergkamm. Wir hören schon unsere Teilnehmer „Wooow“ rufen.

Zu Recht, ein echtes Schmankerl, das wir mit unseren Bikes genießen dürfen. Abschließend der gefühlt niemals endende Weg hinunter zur Straße und einen Katzensprung zu unserer nächsten Unterkunft. Alle drei Tage bisher erfordern Schwindelfreiheit und gute Fahrtechnik, sowohl den Willen, das Rad auch mal zu schieben und notfalls zu schultern.

Der nachfolgende Tag vier beginnt mit einer leichten Bergabfahrt für mehrere Kilometer. Es handelt sich geografisch gesehen um einen Transfertag von den alpinen Bergen hinunter zu den Ausläufern. Auch dies entspricht unserer Philosophie: die Gegend bewusst aufzunehmen und den Wechsel zu erleben. So treten wir in angenehmen Steigungen hinauf, aber fahren unverändert auf tollen Trails hinunter.

Unverkennbar befinden wir uns gleichzeitig in einem anderen Klima. Üppig grün und schon fast Dschungelartig, mit Wasserfällen und kleinen Rinnsalen. Echt, wie in einer ganz anderen Gegend kommt man sich vor. Das macht den Reiz aus, finden wir. So lernt man ein Land doch kennen.

Nach mehreren Ups & Downs kommen wir schlussendlich auf die höchst gelegene Straße des Tages und erleben zum ersten Mal das Panorama in die weitläufige Ebene. Kurz darauf steht DER Trail vor unseren Rädern. Mehrere Kilometer hinab geht es spielerisch und technisch hinab. Vorbei an Bäumen, Felsen und immer wieder Ausblicken in Richtung Adria. So mögen wir das. Deswegen sind wir hier. Weiterhin bleibt es landestypisch und so genießen wir im großzügigen Agriturismo unser Abendessen und Zimmer für die Nacht.

Tag Nummer fünf lädt am Nachmittag zu einem weiteren Trail-Feuerwerk dieser Tour ein. Bis dahin aber winden wir uns vorerst die schmale Straße 900 hm hinauf und zu guter Letzt nehmen wir den Bergrücken unter die Räder. Auf knapp 1200 m sticht der Gipfel besonders hervor: 360 Grad Panorama! Von hier aus erblicken wir all unsere Wege bisher.

Gleichzeitig genießen wir hier oben unser mitgebrachtes regionales Picknick. Tutto italiano: Schinken, Käse, Gemüse, Obst und Brot. Was braucht es mehr? Ach stimmt, das erwähnte Trail-Feuerwerk! Anfangs „nur“ eine epische Wiesenfahrt hinunter zum angelegten Dschungeltrail! Noch immer nicht genug? Ein Abschlussbad im türkisen Bach!

Die letzten zwei Tage verbringen wir in der gleichen Unterkunft. Mit Pool! Diesmal an den Ausläufern der Alpen und quasi in der Ebene. Von dort starten wir am letzten Radtag einen Loop bis an die slowenische Grenze und beenden die Tour mit einem Bad im Bach und/oder in der hübschen Altstadt von Cividale del Friuli.

Dazwischen füllen wir unser Wohlbefinden mit Ausblicken auf die Berge, machen halt in einem mittelalterlichen Heiligtum, setzen unsere Trailskills ordnungsgemäß bei einer oder zwei langen Abfahrten ein und wie sollt es den anders sein? Eis, Aperol Spritz, bürgerliches Essen und eine liebevolle Umarmung. Genial!

Cividale del Friuli

Info: Diese Tour ist auch mit E-Bikes machbar. Und unbedingt notwendig sind solide Fahrtechnik und gute Ausdauer oder ein großer Akku 🙂


Überblick:

Kondition●●●○
Fahrtechnik●●○○ (Trail abhängig auch ●●●●)
Tagesdistanzen25 – 50 km & 900 – 1200 hm (einmal 1500 hm)
Schiebe-/TragepassagenJa, bis zu 45 min
Fahrtage6
Start und ZielVal Resia – Cividale del Friuli
GuideJa
LifteNein
ShuttleJa
Übernachtungen7x im DZ (EZ-Zuschlag 180 €)
Verpflegung7x Frühstück, 6x Halbpension (letztes Abendessen nicht inkl.)
RücktransferJa
Teilnehmeranzahlmin. 5 | max. 8 Pers.
Schutzausrüstung (Helm, Knieschützer)Sehr empfohlen

Geführte Termine 2023

Reisepreis: 1190 € p.P. (Wiederholungstäter erhalten 50 Eur Nachlass.)

27.5.-3.6. » Buchen

Noch Fragen oder ein Wunschtermin? Kontaktiere mich: info@bike-aware.de

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